
MYSTHERIUM „Uczta Demonów“
Veröffentlichungsjahr: 2003
Gesamtspielzeit: 39:19
Musikverlag: 666Records
Herkunftsland: Polen
Tonträgerformat: CD-R
Bei der folgenden Veröffentlichung aus dem Hause 666Records (Polen) ist die Sache recht klar und einfach: Die Gruppe hat einige gute Ideen, eine recht gute Sängerin und durchaus Potential, aber muss noch eine ganze Menge an sich arbeiten. Doch fangen wir beim Anfang an, und diesen setze ich jetzt mal beim Namen der Kapelle selbst: MYSTHERIUM. Ja, die meisten von euch werden jetzt wahrscheinlich, so wie ich, denken „Ein wahnsinnig origineller und aussagekräftiger Name... genial!“. In der Tat – aussagekräftiger und origineller geht es wohl kaum. Zumal auch schon eine deutsche Gruppe (über PROPHECY veröffentlicht) mit diesem tollen Namen, allerdings ohne das „h“, hausieren geht. Der Name der Veröffentlichung ist dann wenigstens dahingehend origineller, als daß er, wie viele Texte der Gruppe, in polnischer Sprache gehalten ist und „Uczta Demonów“ lautet. Was in Deutsch so viel wie „Das Festmahl der Dämonen“ heißt. Was einem zunächst beim Hören der Scheibe auffällt, und zwar negativ, ist der sehr bescheidene Klang des Albums und der Fakt, dass es der Gruppe allem Anscheine nach irgendwie schwer fällt, ein Lied ordentlich zu beginnen oder zu beenden. Oftmals muten Anfang und Ende etwas abrupt an. Aber kommen wir zur Musik selbst. Diese ist wenig originell: Gotische Klänge werden mit Schwarztonkunst vermischt, und dabei sind die Blackmetalanteile im Durchschnittsbereich anzusiedeln. Das Keyboard zaubert zwar einige wirklich interessante Melodien – aber es klingt leider sehr billig und wird zudem durch die nervenden Blackmetalpartien im Bezug auf die Atmosphäre komplett zerstört. Das Positivste in der Musik MYSTHERIUMs ist der weibliche Gesang: Die Dame weiß mich mit ihrer Stimme und ihrer Art zu singen durchaus zu betören und Atmosphäre aufkommen zu lassen. Ganz vage könnte man da an HELIUM VOLA denken. Aber, und dieses „Aber“ ist ganz gewichtig: Auch hier wird alles durch den schlechten Klang und die nervenden (nicht unbedingt handwerklich gesehen), weil unpassenden und wenig originellen Blackmetalanteile zerstört. Schade. Würden sich MYSTHERIUM auf den schönen weiblichen Gesang und ihre (vor allem langsamen und melancholischeren) Grundmelodien konzentrieren und darauf aufbauen, vor allem im besseren Klanggewande, wäre einiges zu machen. Da bin ich recht zuversichtlich. Auch die Verwendung der Muttersprache statt des abgelutschten und bei vielen Nicht-Muttersprachlern eben auch nicht gerade immer guten Englisch weiß einzunehmen. Aber nichtsdestotrotz: So, wie sich MYSHTERIUM hier auf „Uczta Demonów“ im gesamten präsentieren, ist noch sehr viel zu verbessern.