
MORT „Frankonian Wrath“
Veröffentlichungsjahr: 2004
Gesamtspielzeit: 07:04
Musikverlag: Pestilence Records
Herkunftsland: Deutschland
Tonträgerformat: MCD-R
„Frankonian Wrath“ nennt sich das zweite Demo dieses deutschen Ein-Mann-Schwarzmetallprojektes. Es liegt mir in Form einer über PESTILENCE Records veröffentlichten, schlicht-zweckgemäß aufgemachten, aber durchaus ansprechenden und richtigen Underground-Charme versprühenden Mini-CD-R vor, welche es leider nur auf eine Spielzeit von knapp über sieben Minuten bringt. Ich muss vorwegschicken, daß mir das erste Demo von MORT nicht bekannt ist, deshalb kann ich über eine etwaige Stiländerung oder Qualitätssteigerung keine Aussagen machen.
Mehr oder weniger stimmungsfördernd wird das kurze Oeuvre von einem deutschsprachigen Filmsample (man frage mich nicht, von welchem Film) eingeleitet, welches dann in das erste Lied, „Frankonian Wrath“, übergeht. Und sofort trägt man einen erstmal stark negativen Eindruck davon, denn hier wurde leider schlichtweg geschlampt: Der „Übergang“ von der Einleitung zum ersten Titel ist weder wirklich nahtlos, noch – im Grunde – ein wirklicher Übergang. Das Sprachsample und das Stück sind deutlich hörbar zwei ganz verschiedene, brutal aneinander geklatschte Teile, was nicht wirklich harmonisch, noch sehr professionell wirkt. Es kann natürlich auch sein, daß ein Brennfehler vorliegt, jedoch gehe ich nicht davon aus.
Dennoch stimmt einen das (erste) Lied, „Frankonian Wrath“, dann, trotz der kurzen Zeit von zwei Minuten, etwas wohlgesinnter, ist es doch recht nett gemachtes, nostalgisches Schwarzmetall der Alten Schule, welchs dem Rezensenten zu gefallen weiß. Ab und zu wird das Tempo gedrosselt, was die nötige Abwechslung bringt, der Gesang ist ordentlich rauh, ganz die ursprüngliche Schule eben (also nicht diese Kreischgesang-Richtung) und die Riffs sind eingängig und durchaus gefällig.
Mit dem nächsten, „Rise, My Inner Demon“ betitelten Stück, hat der Hörer dann das gleichzeitig längste (knapp drei Minuten) und in der schlechtesten Aufnahmequalität dargebotene Stück dieser Veröffentlichung vor sich. Und zumindest was die Aufnahmequalität anbelangt, ist das schade, denn für mich stellt dies Lied den Höhepunkt (sofern man bei drei kurzen Stücken davon reden kann) von „Frankonian Wrath“ dar und bietet am meisten Atmosphäre (welche jedoch auf Grund der schlechten Aufnahmequalität leider nicht immer so recht aufkommen will). Einprägsam-gute Riffs und eine beklemmend-kalte Atmosphäre attestieren der Darbietung das Etikett „echter Blackmetal“ und lassen das Ganze auch qualitativ ziemlich gut dastehen.
Nach einer kurzen Überleitung (Sprachsample) folgt dann mit „Infernal Battles“ das dritte und gleichermaßen letzte Stück der Scheibe. Ordentlich druckvoll, treibend und aggressiv entlässt es den Hörer mit einem irgendwie positiven, aber doch recht ratlosen und zwiespältigen Eindruck aus diesem kurzen Schwarzmetall-Intermezzo.
Insgesamt kann man sagen, daß MORTs „Frankonian Wrath“, obwohl auf Grund der geringen Spielzeit nicht endgültig und leicht zu bewerten, im Durchschnittsbereich bis oberen Durchschnittsbereich liegt, und daß Gefühl für den Geist des ursprünglichen Blackmetals, Talent und gute Ansätze auf jeden Fall vorhanden sind, aber Kvaltar sowohl aufnahmetechnisch, als auch kompositorisch noch ein wenig an sich arbeiten muß, um wirklich aus der großen Masse (etwas) herauszuragen und MORT für den Schwarzmetallbereich zu etwas wirklich Originellem und Unentbehrlichem machen zu können. Trotzdem kann ich allen Blackmetallern, die einen Sinn für das Ursprüngliche, leicht Minimalistische, Rauhe und Untergrund-Verbundene haben das Reinhören durchaus empfehlen, sind doch schließlich 2,5 EURO (zzgl. P & V) für solch ein Demo durchaus in Ordnung, und bietet doch „Frankonian Wrath“ auf jeden Fall einige Reize.
Im Frühling / Sommer dieses Jahres erwartet uns laut Label die erste komplette CD des fränkischen Projektes – mal abwarten wie sich MORT weiterentwickeln.