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MOONLIGHT „Inermis“

Veröffentlichungsjahr: 1999

Gesamtspielzeit:        56:36

Musikverlag:              Morbid Noizz Records

Herkunftsland:           Polen

Tonträgerformat:       CD


Im Gegensatz zu „Floe“, der neusten Veröffentlichung von MOONIGHT, welche von Rising Sun Records auch dem internationalen Markt zugänglich gemacht worden ist, hatte der Vorgänger „Inermis“ leider bislang noch nicht das Glück auch auf dem Gothicparkett außerhalb Polens vertreten zu sein. Berücksichtigt man die hohe Qualität des Materials, ist das mehr als bedauernswert.

Das Schaffen der polnischen Gothicformation MOONLIGHT ist weit abseits modisch-kitschiger Formationen wie Theatre Of Tragedy oder Lacuna Coil anzusiedeln, und hat so gar nichts gemein mit kindischem „Trauergedudel“ oder dem typischen „Verkannter-Deathmetalsänger-brüllt-in-Gothickapelle-und-hübsche-Frau-versucht-zu-singen“-Schema einiger etablierter Gothic(Metal-)Formationen.

MOONLIGHT verbinden meisterhaft Metal, Gothic, (Art-)Rock und Pop zu etwas, was man wohl insgesamt am treffendsten als „Gothic Rock“ umschreiben könnte, auch wenn dadurch die schwermetallischen Elemente nicht berücksichtigt werden. Dabei ist „Inermis“ ein sehr vielschichtiges Werk mit recht unterschiedliche Stimmungen wiedergebenden Liedern, auch wenn ihnen allen der Gothic als Grundsubstanz dient.

Mal präsentieren sich MOONLIGHT mit fesselnder, kühler Eleganz („Inermis“, „Nie moge zmienic nic“, das dynamische „Jeszcze raz“), mal von der anspruchsvoll-ruhigen Seite („Noc“, „Szalenstwo“), dann wieder richtig hart („Pokuta klamcy“, „Umbra“). Die ziemlich klare Stimme von Sängerin Maja Konarska, die den Deutschen vor Allem von SIRRAHs grandiosem „Acme“ bekannt sein dürfte, deckt dabei sowohl den aggressiven als auch den melodischen und „zerbrechlichen“ Bereich ab. Sie singt im Übrigen ausnahmslos auf Polnisch, was ein zusätzliches Plus ist, obwohl sich dadurch bedingt leider Hörer, welche des Polnischen nicht mächtig sind die überwiegend exzellenten Texte aus der Feder von Daniel Potasz verschließen. Dieser offenbart uns mittels seiner Texte seine intelligente und einfühlsame Sichtweise auf die Realität. Einer der besten Texte ist in meinen Augen „Noc“ : W nocy chowasz sie przed smutkiem/ Juz nie boli tak bardzo/ ...zamykasz oczy/ Noc jest matka dla samotnych podroznikow / Z ciemnych ulic [...]I sen który chroni ciebie przed myslami [... .]” . In der deutschen Übersetzung hieße das : „Nächtens versteckst du dich vor der Traurigkeit/ Es schmerzt nicht mehr so sehr/ ...du schließt die Augen/ Die Nacht ist die Mutter der einsamen Reisenden/ Von den dunklen Straßen[...]Und der Traum der dich vor den Gedanken schützt [... .]“.

Es ist noch interessant zu wissen, dass „Nie moge zmienic nic“ im Original von der polnischen Kult-Thrash-Gruppe QUO VADIS stammt. Allerdings hat Keyboarder / Texter Daniel Potasz den Text umgeändert. Maja Konarska scheint wohl sowieso irgendwie mit QUO VADIS verbunden zu sein, hat sie doch schon auf einem der neueren Werke der Bad die Backgroundvocals zu einem Song beigesteuert.

Ein sehr empfehlenswertes Album einer großartigen und höchst eigenständigen Band mit mehreren Liedern, die über Kassenschlagerpotential verfügen. Meine heiße Empfehlung aus dem Gothic-Bereich.

      Hinzugefügt: February 2nd 2000
      Rezensent: WOŁOS

      Zugriffe: 570
      Sprache: german

  

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