
MISTERIA „Masquerade Of Shadows“
Veröffentlichungsjahr: 2000
Gesamtspielzeit: 41:45
Musikverlag: Pagan Records
Herkunftsland: Polen
Tonträgerformat: CD
Schon das Demo der Gruppe aus Rzeszów (einer Stadt im Südosten Polens) „Mistyczna podróż poprzez krainę mitów i dawno zapomnianych legend“ (= Eine mystische Reise durch das Land der Mythen und längst vergessenen Legenden) konnte in Polen für einiges Aufsehen sorgen und wurde auch in der Presse wohlwollend aufgenommen. Das polnische Metalmagazin MULTUM IN PARVO hat damals das Demo in höchsten Tönen gelobt. Man hat nun weder Kosten noch Mühe gescheut und das volle Risiko auf sich genommen, aufs Ganze zu gehen und eine höchst professionelle CD im immer beliebteren Studio „333“ (wo auch momentan Lux Occulta ihren vierten Langspieler aufnehmen) auf eigene Kosten aufzunehmen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und so klopften schon bald Pagan Records an der Tür und belohnten die Mühe mit einem lukrativen Vertrag.
Die Gruppe spielt düsteren, aber dennoch verspielten Metal, der irgendwo zwischen Blackmetal, Folk, Deathmetal und Doommetal anzusiedeln ist. Den Gesang teilen sich Mariusz (der darüber hinaus auch noch für die Gitarren zuständig ist) und Paweł (der auch das Schlagzeug beackert). Hier wären wir auch beim großen Manko der Scheibe... Die beiden machen ihre Arbeit gesangstechnisch zwar ziemlich zufriedenstellend, doch sollten sie sich lieber ihrer polnischen Muttersprache befleißen, da sie in ihr nicht nur ihren Emotionen besser Ausdruck verleihen könnten, sondern vor allem aller Wahrscheinlichkeit nach wenigstens die Aussprache beherrschen. Daß nämlich viele auf Englisch singende Bands ein etwas befremdliches Englisch aufweisen, ist ja nun mittlerweile schon „Standard“ und man hat sich – selbst in englischsprachigen Ländern – daran gewöhnt. Aber dabei handelt es sich dann häufig um eher kleinere, nicht so schwerwiegende (Aussprache-)Fehler. Bei MISTERIA ist die Aussprache jedoch leider – vor allem bei ruhigeren Partien, wo man alles deutlich vernehmen kann – ziemlich unbeholfen. Um es klar auszudrücken: Das Englisch von MISTERIA ist Schrott. Absoluter Schrott. Das trägt nicht gerade zum Hörgenuß bei, legen MISTERIA doch Wert auf viel Variation und ruhigere, getragene Parts beim Gesang.
Am Besten gefallen mir das sehr abwechslungsreiche und energiegeladene „Demon Of Dream“ sowie „Masquerade Of Shadows“. Beide Lieder strotzen nur so vor Ideenreichtum, sind auf eine bestimmte Art ziemlich düster aber gleichzeitig auch „kraftvoll“ und optimistisch, und bieten sehr viel Abwechslung im Hinsicht auf den Gesang.