
AZAGHAL „Omega“
Veröffentlichungsjahr: 2008
Gesamtspielzeit: 45:17
Musikverlag: Moribund Records
Herkunftsland: Finnland
Tonträgerformat: CD
Und wieder erreicht mich Neues aus dem Hause MORIBUND Records. Dieses Mal sind es die Finnen von AZAGHAL mit ihrem neuen Machwerke „Omega“. Ganz unbekannt sind AZAGHAL dem Schwarzmetallhörerkreise sicherlich nicht mehr, stehen sie doch seit Jahren für guten, ehrlichen Blackmetal nordischer Prägung.
Die Finnen veröffentlichten 1999 über MELANCHOLY Productions/ISO666 ihr erstes (offizielles) Tondokument, welches den Titel „Mustamaa“ trägt. Diesem folgten dann über diverse Plattenfirmen (MILLENIUM METAL Music, AVANTGARDE, EVIL HORDE...) mindestens zehn weitere Veröffentlichungen. Nun stehen sie (zum ersten Mal) bei der US-amerikanischen Plattenfirma MORIBUND Records, welche die Gruppe schon länger umwarb, unter Vertrag und rufen mit ihrem neuen Vollzeitalbum „Omega“ zur Schlacht.
Dieses bietet nordischen Blackmetal der Alten Schule mit ordentlichem Thrashmetal-Einschlag und einer adäquaten Produktion. Auch ein Synthetisator wird gelegentlich eingesetzt, jedoch in einer auch für diesbezügliche Skeptiker annehmbaren, sparsamen und immer sehr effektiven Art und Weise. Meist agiert man im schnellen Geschwindigkeitsbereich, baut jedoch zwischendurch, wenn es dem Lied insgesamt dienlich ist, auch weniger schnelle Passagen ein (so zum Beispiel im sechsten Lied). Der Gesang ist wie er sein sollte, haßerfüllt, „krank“, markant und souverän.
Sehr angenehm ist das Faktum, daß sich AZAGHAL – zumindest auf „Omega“ – ausschließlich ihrer Muttersprache Finnisch befleißen. Eine Sprache, welche meines Erachtens besonders gut zur Schwarztonkunst paßt. Und man kann der Musikgruppe wohl darüber hinaus kaum hoch genug anrechnen, daß sie in Zeiten der breit um sich greifenden, vor dem US-Englisch buckelnden, totalen Sprachdegenerierung, -verleugnung und -vernachlässigung ihre Heimatsprache fördert (und das ziemlich ohne Anglizismen).
Besonders der rauhe, wehmütig-wütende „Chorgesang“ im zweiten Stück („Pirun Verta“) gefällt mir sehr gut. Auch das hypnotisierende, rhythmusbetonte „Quetzalcoatl“, welches einer Art auditiv zelebriertem Rituale gleicht und eine wunderschöne Atmosphäre der Kälte schafft, weiß mich für sich einzunehmen. Auch „Vihani Raivoavina Valtamerina“ bleibt gut im Ohr und ist sehr interessant komponiert. Lied sechs ist zur Abwechslung, vor allem am Anfang, insgesamt etwas langsamer. Ein nettes, überraschendes SLAYER-Zitat gibt es im neunten Lied... Wirkliche Schwachpunkte gibt es eigentlich keine. Insgesamt also stellt „Omega“ ein wirklich angenehmes Stück nordisch-rasenden Schwarzmetalls dar, welches ich bedenkenlos dem einschlägigen Klientel empfehlen kann.
Summary:
After ten years of existence and at least ten (official) outputs on six different labels, including among others MELANCHOLY Productions and AVANTGARDE, the Finnish black metal band AZAGHAL, now signed with the US-based label MORIBUND Records, fights back with their latest full length release titled “Omega”. Thrash metal-influenced old school black metal with a frosty, Nordic approach is offered here. The songs show mostly a high speed. When necessary for the atmosphere, a synthesizer is carefully included. I appreciate very much the usage of the Finnish mother tongue of the guys, for it is not only a language which greatly fits to black metal music, but in our days of the general degeneration of language and the voluntary mother tongue sell out worldwide, it is more than welcome, when bands both make use of their mother tongue and as far as possible avoid Anglicisms. One of my favourite titles is “Pirun Verta” with its raw, both wistful and angry “choir” singing. But all in all, all songs are quite good, so may this pieces of Nordic black metal be recommended to you.